Jahresrückblick

Liebe Freunde der Literatur und der Musik,

ein Jahr mit fünf wundervollen Literaturkonzerten neigt sich dem Ende zu. Wir von cantando-parlando e.V. haben viel künstlerische Energie in die Entwicklung eines neuartigen Konzertkonzepts gesteckt. Die Idee Musik mit Literatur zu verbinden ist dabei unser Leitfaden. Wir möchten dem Publikum diese enge Verbindung durch ein dramaturgisches Konzept näher bringen, das abwechslungsreich ist. Wir durften großartige Sprecher wie Henning Freiberg und Folker Banik bei uns begrüßen , die den roten Faden für die Konzerte spannen und hatten musikalisch mit Annika Boos, Ulrich Schütte, Jamina Gerl, Efraín González ,Frank Hoppe und natürlich mit Christine Gerwig, Virginie Gerwig und Kristian Gerwig Musik auf höchstem Niveau im Programm. Wir haben uns auf ganz unterschiedliche Art und Weise den Autoren Wilhelm Busch, Erich Kästner, Hermann Hesse und zwei Mal William Shakespeare gewidmet. Dass das Publikum sich gerne wieder bei uns einfindet hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass das Konzertformat gut bei Ihnen ankommt.

Im nächsten Jahr wollen wir Sie nun wieder mit diesmal 7 Literaturkonzerten auf musikalisch-literarische Reisen mitnehmen: Puschkin – Der Poet und die Macht mit der weltberühmten Pianistin Sheila Arnold und dem Schauspieler Bernt Hahn, Michael Ende mit dem international bekannten Kölner Gitarristen Hubert Käppel und Henning Freiberg, „Auf Flügeln des Gesanges“ nehmen Sie die Sopranistin Annika Boos und ich, Christine Gerwig am Flügel mit Literatur und Musik von Schriftstellern und Komponisten jüdischer Herkunft mit, wir feiern die schwedische Mittsommernacht mit Märchen und Erzählungen von Astrid Lindgren und schwedischer Folklore mit dem Geigenensemble um die Bensbergerin Birgit Heydel und der Märchenerzählerin Magdalena Ziegler, „Der Teufelstriller – Geschichten rund um die Geige“ stellen uns die fabelhafte junge Geigerin Ronja Sophie Putz mit ihrer einsamen Geige und Irena Wachendorff vor, wir reisen in der Phantasie nach Irland mit Heinrich Bölls Irischem Tagebuch und keltischer Harfe mit dem Erzähler Stephan Schäfer aus Köln und der Harfenistin Giedre Siaulyte und beenden das Jahr mit Tangogeschichten mit dem Tenor Efraín González, einem Tango Ensemble um Stephan Langenberg und Folker Banik.

Wir haben Großes vor und benötigen dafür Ihre Unterstützung. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, das mit einem Mitgliedsbeitrag ab 40€ | 60€ für Paare im Jahr unsere Arbeit finanziell unterstützt. Großzügigere Spenden ermöglichen uns auch in Zukunft ein Konzertprogramm für Sankt Augustin und Umgebung anzubieten, das in Zeiten, in denen Konzerte immer weniger durch die öffentliche Hand gefördert werden immer rarer werden wird und nur durch persönliches Engagement und private Förderer weiter möglich sein wird.

Fassen Sie sich ein Herz und werden Sie Mitglied und erzählen Sie auch Ihren Freunden und Bekannten von uns!

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Aktuelles: Artikel im Generalanzeiger zum Konzert am 25.9.2016

Shakespeares Texte gesungen und gesprochen

Sankt Augustiner Renaissance-Ensemble spielt auf Original-Instrumenten im Haus Menden

Von S. Haase-Mühlbauer

Sankt Augustin. Sie leben im Wald oder am Wasser, bevölkern Sumpfgebiete und sind von mystischer Gestalt. Feen, Nymphen, Satyrn und Geister – die wundersamen Wesen entspringen einer sagenumwobenen Welt, die die Dichtkunst vergangener Jahrhunderte inspirierte und auch Musiker und Komponisten zu klingenden Kunstwerken anregte. Am Sonntagnachmittag waren sie Teil eines zauberhaften Programmes, das sich vor allem mit William Shakespeare beschäftigte. Was für viele sicherlich weniger bekannt war: In Shakespeares Werken spielt die Musik eine bedeutsame Rolle.. Mehr als einhundert Lieder („Songs“) und Instrumentalstücke sind als Kleinodien in seinen Dramen überliefert. Am Sonntag erklangen einige Shakespeare-Texte und Lieder seiner Zeit bei den „Literaturkonzerten sonntags um 6“ in Haus Menden.

Singend und sprechend sollte es auf der Bühne zugehen. Texten und Klängen wollte man gleichermaßen Raum geben. Und darum nahm der Augustiner Verein „cantando parlando“ bei seiner Gründung im Jahre 2006 auch gleich in der eigenen Namensbezeichnung auf beide künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten Bezug. Seit 2015 hat Christine Gerwig den Vorsitz bei „cantando parlando“ und legt seither verstärken Wert auf die Bedeutung der Texte für die Musik. Zeitgenossen Shakespeares ließen sich von seinen Dramen inspirieren. Und auch Zitate, Anspielungen und Parodien damals bekannter volkstümlicher Musik flossen in die Bühnenpräsentation der Dramen ein, während Lautenlieder und reine Instrumentalmusik als Zwischenmusiken erklangen. Die Songs in Shakespeares Dramen dienten der zusätzlichen Charakterisierung von Personen oder Situationen. Sie machten einen besonderen Reiz der elisabethanischen Bühne aus.

In die Zeit Shakespeares entführte im Haus Menden eine Gruppe Künstler. Während Folker Banik als erfahrener Sprecher mit wunderbarem Feinsinn einige Texte aus „Romeo und Julia“, „Othello“ und „Viel Lärm um nichts“ in deutscher Übersetzung rezitierte, sorgten Virginie (Gesang) und Kristian Gerwig (Laute) mit ihrem siebenköpfigen Renaissance-Ensemble für die passende Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. Gesungen wurde in Originalsprache. Die Gruppe versierter Laienmusiker um das Musiker-Ehepaar Gerwig gestaltete den Ensemble-Klang authentisch und auf Nachbauten von Originalinstrumenten: Renaissanceblockflöten (Franziska Salker), Diskantgambe (Monika Oebel), Altgambe (Winfried Riwe) und Bassgambe (Hanne Döhler und Abrecht Schießer).. Ein beeindruckendes und in seinem ausgewogenen, tänzerischen und bisweilen fast intimen Zusammenspiel sehr berührendes Klangergebnis.

Wie weit der Renaissance-Künstler Shakespeare auf die Romantik gewirkt hat, will „cantando parlando“ bei einem weiteren „Literaturkonzert sonntags um 6“ erkunden. Am 20. November kann man in Haus Menden einen ganz besonderen „Sommernachtstraum“ erleben. Dann wird mit Texten Shakespeares und der durch ihn inspirierten Musik der Romantik aufgewartet.

Reservierungen unter info@cantando-parlando.de.

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