Ein Sommernachtstraum – Der romantische Shakespeare 20.11.2016

Sonntag, 20.11.2016, 18 Uhr, Haus Menden

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Shakespeare hat mit Worten komponiert, hat Reime wie Melodien gesetzt, Verse mit Rhythmus aufgeladen, sie haben rasch zu schweben begonnen und tiefe Spuren hinterlassen. Und doch dauerte es Jahrhunderte, bis die Komponisten des 19. Jahrhunderts eine zweite Shakespeare-Tradition begründeten. Schubert und Brahms entdeckten Shakespeare für sich und setzten seine wie Musik anmutenden Texte in Melodien um. Dem jungen Mendelssohn hatte es die Lektüre des Sommernachtstraum derart angetan, dass er für die Aufführung des Theaterstücks im heimischen Gartensaal kurzerhand eine grandiose Ouvertüre schrieb und diese gemeinsam mit seiner Schwester Fanny am Klavier uraufführte. Beinahe alle großen Komponisten der Romantik folgten Shakespeares Geist wie beseelt in Lied, Ballade oder Schauspielmusik. Im deutschsprachigen Raum hatte es Shakespeare den Komponisten besonders angetan, aber auch im englischsprachigen Raum finden wir im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert eine Renaissance der Shakespeare-Rezeption. Die Lieder von Korngold oder Vaughan-Williams atmen den Geist Shakespeares und lassen eine ganz besondere  Stimmung entstehen.

Folker Banik, Rezitation

Musik: Annika Boos, Sopran; Christine Gerwig und Efraín González, Klavier

Lieder und Klaviermusik von Schubert, Brahms, Mendelssohn, Korngold u.a.