Heinrich Heine – Auf Flügeln des Gesanges 7.5.2017

„Heine läßt die Weltkugel zwar nicht im hellen Sonnenschein auf der Fingerspitze tanzen wie Goethe, sondern er zerschlägt sie, aber er tut es nur, … um den einzelnen Stücken dann den reinsten Schliff zu geben. Dabei kommt noch immer Lust und Leben heraus.“ (Friedrich Hebbel)

Heine gilt als der Poet, der der deutschen Lyrik einen neuen Ton hinzugewonnen hatte; keinen zeitgenössischen Dichter vertonte Mendelssohn so häufig wie Heinrich Heine. Die Welt der Naturgeister etwa mit ihrer elfenhaft-quirligen Unberechenbarkeit faszinierte beide. Gesang kann, in diesen Liedern, die Identität im Einklang mit der Natur suchen – oder in künstliche Paradiese schweifen.

Heine und Mendelssohn, sind bereits europäische Berühmtheiten, Stars der Kulturszene, gelten als große Gestalten der deutschen Romantik; und beide sind protestantisch getaufte Juden. Trotz aller rechtlicher Gleichberechtigungsbestrebungen, die seit Napoleons Code civil in der Luft lagen, konnte aber von einer Integration der deutschen Juden weder in ihrem Selbstverständnis noch dem der sie umgebenden Gesellschaft die Rede sein.

Wir begeben uns auf eine Reise mit Liedern, die alle von Komponisten jüdischer Herkunft geschrieben wurden, alles deutsche Künstler, die an dieser Stigmatisierung ihr Leben lang zu leiden hatten oder daran zerbrachen. Die Lieder aber sprechen eine andere Sprache. Wir hören von blühender Natur, der Liebe, dem Frühling. Auf Flügeln trägt uns der Gesang in andere Welten.

Lieder von Mendelssohn, Mahler, Schreker, Schulhoff, Ullmann und Korngold

Annika Boos, Sopran

Christine Gerwig, Klavier

Thea Hummel, Lesung